Irmela Wiemann. Biografiearbeit mit Kindern und Jugendlichen – Seminar in Bern

Weiterbildung im Sozialbereich

Biografiearbeit mit Kindern und Jugendlichen
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verknüpfen

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(WB.11.118)

Einführung

Biografiearbeit ist eine strukturierte Methode, die Betreuungspersonen von Kindern und Jugendlichen bei deren Fragen der Identitätsklärung behilflich ist. Gerade Kinder aus so genannten Patchwork-Familien, alle fremdplatzierten Kinder, Jugendliche mit Migrationshintergrund oder Kinder, deren Eltern psychisch krank sind, haben oft große Mühe, Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu verknüpfen und damit sicher in die Zukunft zu gehen. Dieses Fachseminar führt Sie ein in die Bedeutung und Anwendung der Methode Biografiearbeit.

Ausgangslage: Warum Biografiearbeit?

In jedem Leben gibt es wichtige Phasen, Neubeginn und Abschied, Übergänge. Und es gibt äussere Einschnitte (Schulwechsel, Wohnortwechsel), Geburt von Geschwistern, Festtage der Familie – besonders schöne Tage im Leben, besonders schmerzliche Tage.
Biografiearbeit ist eine im angelsächsischen Raum schon lange angewandte, strukturierte Methode, Kindern und Jugendlichen in konkreter Weise bei der Rekonstruktion ihrer Vergangenheit zu helfen. Sie hilft, Erlebtes zu ordnen und zu klären. Biografiearbeit gibt Kindern und Jugendlichen einen festen Platz für ihre Geschichte, ihr Land, frühere Lebensorte, verlorene Familienmitglieder oder Vorfahren und hilft ihnen, ihre aktuelle, spezifische Lebens- und Familiensituation (Einelternfamilie, Stieffamilie, Wohngruppe, Heim, Pflegefamilie, Adoptivfamilie) besser einzuordnen und anzunehmen.

Zielgruppe

Das Fachseminar richtet sich an Fachpersonen im Sozialbereich, in sozialpädagogischen Institutionen und Kitas.

Zielsetzung

Wichtig bei der Biografiearbeit ist zum einen der Prozess und das Erarbeiten, Zusammentragen und Besprechen bestimmter Ereignisse mit einem nahe stehenden Erwachsenen, um auf diese Weise Menschen und Erfahrungen aus der Vergangenheit wieder lebendig werden zu lassen. Zum anderen soll aber ein konkretes Ergebnis, das immer wieder angefasst und angeschaut werden kann, eine Dokumentation, ein Produkt entstehen. Ein Lebensbuch.

Inhalte

  • Warum Biografiearbeit? Die Bedeutung der Biografiearbeit für die Identitätsentwicklung
  • Rahmen, Umfang und Dauer der Biografiearbeit
  • Stabilisierende Übungen, Ressourcenorientierung
  • Erarbeiten von Dokumentationen: Lebensbuch, Lebensbrief
  • Innere Haltung (Respekt und Wertschätzung)
  • Beziehungsebene zum Kind – Kommunikation und Interaktion
  • Anforderungen an die Erwachsenen, die mit Kindern biografisch arbeiten: Einübung einer konstruktiven inneren Haltung auch bei besonders schweren Hintergründen
  • Exkurs: Umgang mit Traumatisierung
  • Angemessene Worte finden und über schwere Themen sprechen
  • Umgang mit fehlenden Informationen: Lücken in der Vergangenheit

Methodik

Fachinput, Gruppenarbeit, Rollenspiele und Skulpturarbeit, Fallbeispiele, Plenumsdiskussionen

Kursleitung

Irmela Wiemann, Diplom-Psychologin, Familientherapeutin, Autorin. Langjährige Mitarbeiterin in der Kinder-Jugend-Eltern-Beratung, Spezialisierung auf Beratung und Therapie von Pflege-, Adoptiv- und Herkunftsfamilien, Institutions- und Praxisberatung.

Datum/Zeit

3 Tage: Dienstag bis Donnerstag, 17. bis 19. Mai 2011
Dienstag, 17. Mai von 09:15 bis 17:00 Uhr
Mittwoch, 18. Mai / Donnerstag, 19. Mai von 08:30 bis 16:30 Uhr

Kursort

BFF Bern

Kosten

CHF 720.00

Informationen

BFF Bern, Abteilung Weiterbildung, Tel. +41 (0)31 384 3333
E-mail: wb.bff@bern.ch

und www.bffbern.ch

Anmeldetermin

14. April 2011


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